Leukozytenwerte

Bedeutung

Leukozyten sind weiße Blutkörperchen. Zu ihnen werden alle kernhaltigen Zellen im Blut gezählt, die keinen roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) tragen; daher erscheinen sie auch weiß. Sie werden im Knochenmark produziert, reifen dort heran und werden dann in das Blut abgegeben, wo sie eine bedeutende Rolle im Immunsystem des Körpers spielen.

Sie werden grob in Granulozyten und Lymphozyten unterschieden. Bei lokaler Entzündung durch Bakterien (z.B. Hautentzündung durch Hautbakterien nach einem Schnitt) bilden die Granulozyten die erste Verteidigungslinie. Sie wandern aus den Blutgefäßen ins Gewebe aus und attackieren dort die Bakterien. Lymphozyten dagegen können Antikörper gegen den Erreger bilden und bilden das Gedächtnis des Immunsystems. Wenn der gleiche Erreger nach Jahren wieder eine Entzündung hervorruft, ist es den lymphozytären Gedächtniszellen zu verdanken, daß diese Infektion nicht so schwer verläuft, wie die erste. Um diese Funktion optimal ausüben zu können, sind Lymphzyten v.a. in Lymphknoten, Milz und Thymus lokalisiert.

Vor allem Erkrankungen des Knochenmarks und Entzündungen verändern daher die Leukozytenwerte im Blut. Gibt es zu wenige, so ist der Körper sehr anfällig für Infektionen.

Leukozytenwerte erhöht

Erhöhte Leukozytenwerte nennt man Leukozytose. Ursachen für erhöhte Werte können u.a. folgende sein:

  • Infektionen: Häufigste Ursache sind bakterielle Infektionen. Auch bei chronisch entzündlichen Krankheiten (Darm, rheumatologische Erkrankungen). Selten Pilzinfektionen.
  • Stress: Körperlicher und auch seelischer Stress, Krankheitsstress (z. B. Leberkoma oder diabetisches Koma, toxische Schilddrüsenüberfunktion)
  • Medikamente: V.a. durch Kortisonpräparate.
  • Blutverlust: Normale Reaktion des Körpers nach größerem Blutverlust
  • Knochenmark: Leukämie, Myelofibrose. Hier ist die Produktion von neuen Blutzellen gestört, so dass es zu überschiessender Produktion von funktionslosen Zellen kommt.

Leukozytenwerte erniedrigt

Erniedrigte Leukozytenwerte nennt man Leukopenie. Ursachen können u.a. folgende sein:

  • Infektionen: Häufig bei Viruserkrankungen und einigen Pilzinfektionen, meist nur vorrübergehend.
  • Medikamente: Mögliche Auslöser sind Schmerzmittel, Antibiotika, Thyreostatika (Schilddrüsenmittel), Psychopharmaka und Antikonvulsiva (gegen Krampfanfälle gerichtete Medikamente)
  • Leukämie: Bei diesem Blutkrebs unterscheidet man verschiedene Krankheitsphasen. In einer sammeln sich die Krebszellen im Knochenmark und unterdrücken die normale Blutbildung, es resultiert eine Leukopenie.
  • Chemotherapie: Eine Chemotherapie zerstört absichtlich alle sich schnell teilenden Zellen. So werden neben den Krebszellen auch die Zellen des gesunden Knochenmarks zerstört, was u.a. eine Leukopenie zu Folge hat.
  • Milz: Zu Vergrößerung der Milz kommt es u.a. bei Leberkrankheiten durch Blutrückstau. Es führt zu vermehrter Speicherung von Blutzellen, sie entzieht dem Blut die Leukozyten.

Referenzbereich

Die Normgrenzen der Leukozytenwerte im Blut ändern sich mit dem Alter. Angaben in 1.000 pro Mikroliter (= nl).

  • Kinder 6 Jahre: 5,0 – 14,5
  • Kinder 10 Jahre: 4,5 – 13,5
  • Kinder 14 Jahre: 4,5 – 13,0
  • Erwachsene: 4,5 – 11,0

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