Glukose – Blutzuckerspiegel

Bedeutung

Der Blutzuckerspiegel des menschlichen Körpers wird durch Hormone reguliert: Nach Mahlzeiten steigt er an. Er wird daraufhin durch Gegenregulation in den Normbereich gesenkt. Bei Hungerzuständen können körpereigene Energiereserven in Blutzucker umgewandelt werden. Ein relativ gleichmäßiger Blutzuckerspiegel hat den Zweck, die Körperzellen kontinuierlich mit Energie zu versorgen; insbesondere sind das Gehirn und die roten Blutkörperchen praktisch ausschließlich auf den Blutzucker als Energiequelle angewiesen. Eine Unterzuckerung macht sich rasch durch Veränderung der Hirnleistungsfähigkeit bemerkbar und kann tödlich sein.

Das Hormon Insulin aus der Bauchspeicheldrüse senkt die Blutzuckerwerte, in dem es den Transport des Zuckers aus dem Blut in die Zellen steuert. Sein Gegenspieler, das Glukagon, aber auch andere Hormone wie Adrenalin, ACTH und Glukokortikoide der Nebennierenrinde erhöht den Blutzuckerspiegel. Reserve für die Bildung von Blutzucker ist seine Speicherform, das Glykogen des Muskels und der Leber.

Erhöhte Blutzuckerspiegel sind Folge der Zuckerkrankheit, dem Diabetes mellitus. Typ 1 tritt meist bei jungen Menschen auf. Es liegt ein Defekt an der Insulinproduktion zu Grunde; Die betroffenen Menschen sind lebenslänglich auf Insulingaben angewiesen. Typ 2 ist eine Erkrankung des meist übergewichtigen Menschen, dessen Zellen nicht mehr auf das vorhandene Insulin reagieren. In beiden Fällen sind die Blutzuckerwerte erhöht. Es stecken jedoch ganz unterschiedliche Ursachen dahinter. Seltener können auch andere Erkrankungen zu einem erhöhten Zuckerspiegel führen.

Langzeitig erhöhter Blutzucker schädigt Blutgefäße und führt so zu Defekten an allen Organen des Körpers, u.a. Augen, Nerven, Nieren, Herz, Gehirn und Darm.

Erhöhter Blutzuckerspiegel

Blutzuckerwerte (nüchtern) zwischen 100 und 110 mg/dl sind selbst noch nicht eindeutig krankhaft erhöht, deuten aber auf eine gestörte Glukosetoleranz hin. Sie gilt als Vorstufe eines manifesten Diabetes mellitus und kann ihm um viele Jahre vorausgehen. Nüchternwerte über 110 mg/dl (> 6,1 mmol/l) werden als Hyperglykämie bezeichnet und sind charakteristisch für einen Diabetes mellitus.

Ursachen einer Hyperglykämie können u.a. sein:

  • Diabetes mellitus
  • Medikamente: Kortisonpräparate, z.B. in der Asthmatherapie oder bei Autoimmunkrankheiten z.B. Rheuma
  • Tumore der Nebenniere: Tumore der Nebenniere können die Hormone Adrenalin (Phäochromozytom) und ACTH (Cushing Syndrom) produzieren, die eine Hyperglycämie auslösen.

Erniedrigter Blutzuckerspiegel

Ein Blutzuckerspiegel unter 70 mg/dl (<3.9 mmol/l) wird als Hypoglykämie bezeichnet und zeigen eine beginnende Unterzuckerung an. Sinken die Blutzuckerwerte unter 65 mg/dl, sollte dies kontrolliert und ursächlich abgeklärt werden. Liegen sie unter 55-60 mg/dl, können starkes Herzklopfen, Schweißausbruch und auch eine lebensbedrohliche Bewusstlosigkeit eintreten.

Ursachen der Hypoglykämie können u.a. sein:

  • Medikamente: Zu hohe Dosierung von Zucker-senkenden Medikamenten, z.B. Insulin
  • Ernährung: Lang anhaltendes Hungern
  • Insulin-produzierender Tumor (Insulinom)

Referenzbereich

Die mormalen Blutzuckerwerte für Nüchtern-Blutzucker (morgens vor erster Nahrungsaufnahme) liegen beim Erwachsenen zwischen 70 und 99 mg/dl (3,9 – 5,5 mmol/l).

Mehr Informationen