BSG Blutsenkung

Aussage

BSG steht für Blutsenkungsgeschwindigkeit. Es handelt sich um einen ohne aufwendige Hilfsmittel bestimmbaren Wert, der einen groben Anhalt über u.a. entzündliche Reaktionen im Körper gibt. Ein Röhrchen wird mit wenigen Millilitern ungerinnbarem Blut gefüllt und aufrecht hingestellt. Nach einer bzw. zwei Stunden wird nun abgelesen, wie weit die Zellen abgesunken sind und in Millimetern pro Stunde ausgedrückt.

Da Blut ein Gemisch aus Elementen höherer Dichte (Zellen) und geringerer Dichte (Blutplasma bestehend aus Wasser mit Eiweißen, Gerinnungsfaktoren etc.) ist, setzen sich die Blutzellen entsprechend der Schwerkraft langsam ab. Dieser Prozeß ist von mehreren Faktoren abhängig. Zum Einen spielt die Zelldichte eine Rolle: Stark verdicktes Blut (viele Zellen) sinkt langsamer als stark verdünntes. Zum Anderen führt die negative Ladung der roten Blutkörperchen zu gegenseitiger Abstoßung der Zellen. Sind die Plasmaproteine (v.a. Fibrinogen) im Rahmen von Krankheiten verändert, so verschieben sich die Ladungsverhältnisse. Wenn sich dadurch vermehrt Zellagglomerate (Zellklumpen) bilden können, so sinken sie schneller ab und die BSG fällt entsprechend höher aus.

Es ist ersichtlich, daß dieser Laborwert keine konkrete Krankheit abbildet. Trotzdem hat dieser Test einen hohen Stellenwert in der Diagnostik als Suchtest, da er bei schwierig bestimmbaren Erkrankungen einen wichtigen Hinweis geben und auch unter einfachen Umständen (Landarzt) schnell bestimmt werden kann.

Erhöhte Werte

Die BSG nach einer Stunde ist relevant. Oft wird nach zwei Stunden zusätzlich abgelesen, was aber keinen Informationsgewinn darstellt. Erhöhungen sind selten der einzige Befund bei einer Erkrankung und müssen immer bezogen auf die Gesamtsituation beurteilt werden. Sehr stark erhöhte Werte nennt man Sturzsenkung. Die BSG ändert sich erst etwa 24h nach Ereignis und normalisiert sich nach Heilung erst innerhalb von Wochen. Ursachen für erhöhte Werte können sein:

  • Akute Entzündungen: bakterielle Infek